Lagebericht

Netze

Kennzahlen

Stromnetznutzung

GWh

Gasnetznutzung

GWh

Kennzahlen Netze

  20172018201920202021 
StromnetznutzungGWh183.8183.5180.8175.3181.23.4 %
GasnetznetznutzungGWh555.0514.9532.1529.3583.610.3 %
WasserabsatzMio. m33.43.63.43.53.88.6 %

Stromnetz

Netznutzung

Die Stromnetznutzung stieg im Geschäftsjahr 2021 auf 181.5 GWh (Vorjahr 175.3 GWh) und liegt damit um 3.4 % über dem Vorjahreswert. Der Anstieg ist primär darauf zurückzuführen, dass sich der Stromverbrauch im Netzgebiet wieder normalisierte. Im Vorjahr war er aufgrund des Covid-19-bedingten Shutdowns ausserordentlich tief gewesen.

Netzentwicklung

Um die hohe Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten, wird das Stromnetz laufend erneuert. Zudem muss es punktuell ausgebaut werden. Denn der Zubau dezentraler Energieproduktionsanlagen sowie die Elektrifizierung des Verkehrs und der Wärmeversorgung führen zu zunehmend stärkeren Lastflüssen. Zur Minimierung der Netzausbaukosten hat die netzdienliche Steuerung flexibler Verbraucher hohe Priorität. Die entsprechende Zielnetzplanung zur langfristigen Entwicklung des Stromnetzes wurde im Geschäftsjahr 2021 abgeschlossen.

Smart Meter

Ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung des Stromnetzes ist der Einsatz von elektronischen Strommessgeräten, sogenannten Smart Metern, anstelle von Stromzählern. Die Einführung der Smart Meter ist im Jahr 2022 geplant. Die Präqualifikation zur Vorselektion des Lieferanten wurde im November 2021 planmässig abgeschlossen. Das Ausschreibungsverfahren läuft noch. 

Gasnetz

Netznutzung

Die Gasnetznutzung erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021 auf 583.6 GWh (Vorjahr 529.3 GWh). Die Steigerung um 10.3 % gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der Gasverbrauch im Netzgebiet temperaturbedingt zunahm.

Netzentwicklung

Um die hohe Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten, werden am Gasnetz regelmässig Erneuerungsarbeiten durchgeführt. Im Herbst 2021 wurde die Transportleitung unterhalb des Rheins ersetzt, durch welche Gas vom vorgelagerten Transportnetz in das Versorgungsnetz von SH POWER fliesst. Dazu wurden im Geschäftsjahr 2021 diverse Leitungen erneuert, welche aufgrund ihres Alters ersetzt werden mussten. Ausgebaut wird das Gasnetz nicht mehr, neue Netzanschlüsse werden ausschliesslich entlang bestehender Leitungen realisiert. Im Geschäftsjahr 2021 wurde mit der Erarbeitung einer Zielnetzplanung für das Gasnetz begonnen, welche die Entscheidungsgrundlagen für die zukünftige Entwicklung liefern wird.

Wärmeverbunde

Als Grundversorgerin, neu auch für Wärme und Kälte, wird SH POWER in der Stadt Schaffhausen innerhalb der nächsten Jahre eine Wärmeversorgung aufbauen. Dafür werden in Gebieten mit einem hohen Wärmebedarf Wärmeverbunde realisiert. Je nach Bedarf werden die Wärmeverbunde punktuell durch Kälteverbunde ergänzt. Die Projektierungen für den Wärmeverbund «Altstadt Nord» und für das Netz des Wärmeverbunds «Stadthausgeviert» sind bereits weit fortgeschritten. Die ersten Kunden können voraussichtlich in der Heizsaison 2023/2024 mit Wärme beliefert werden. Für die Realisierung von 4 weiteren Wärmeverbunden wurden Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben: 1 wurde abgeschlossen, 3 befinden sich in der Durchführung.

Wasserversorgung

Absatz

Der Wasserabsatz nahm im Geschäftsjahr 2021 auf 3.8 Mio. m3 (Vorjahr 3.5 Mio. m3) zu und ist damit um 8.6 % höher als im Vorjahr. Grund für den deutlichen Anstieg ist die Lieferung von Wasser an die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall. Aufgrund einer Revision ihres Grundwasserpumpwerks förderte die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall während mehrerer Monate kein Wasser und bezog dieses zu einem grossen Teil von SH POWER.

Wasserqualität

Das Wasser stammt zu rund 97 % aus Grundwasser und zu rund 3 % aus Quellwasser. Das Interkantonale Labor Appenzell-Schaffhausen (IKL) überprüft die Wasserqualität regelmässig. Die entnommenen Proben entsprachen den gesetzlichen Anforderungen. Die mikrobiologische Qualität des Wassers wurde als äusserst gut bewertet. Die Konzentration des Chlorothalonil-Metaboliten R471811 überschritt den Höchstwert von 0.1 µg/l. Die rechtliche Situation diesbezüglich ist momentan unklar. Das IKL hält fest, dass der Höchstwert in der Schweiz vorsorglich sehr tief angesetzt ist und das Wasser normal getrunken werden kann.

Netzentwicklung

Um die hohe Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten und Wasserverluste zu reduzieren, wird die Wasserversorgung laufend erneuert. Der Schwerpunkt liegt momentan auf der Erneuerung des Leitungsnetzes. Ältere Leitungen aus metallischen Materialien werden sukzessive durch verlustärmere Leitungen aus Kunststoff ersetzt. Im Geschäftsjahr 2021 wurde der Anteil an Leitungen aus Kunststoff am gesamten Leitungsnetz weiter erhöht.

Siedlungsentwässerung

Betrieb

Die Siedlungsentwässerung funktionierte im Geschäftsjahr 2021 ohne nennenswerte Störungen. Aussergewöhnliche Starkregenereignisse und damit verbundene Überlastungszustände des Siedlungsentwässerungsnetzes waren nicht zu verzeichnen.

Netzentwicklung

Im Fokus stand die Weiterführung der Erarbeitung des Generellen Entwässerungsplans (GEP) 2.0. Ein GEP ist das zentrale Planungstool, um das Abwasser unter Beachtung der ökologischen, ökonomischen und hygienischen Aspekte optimal abzuleiten sowie den Schutz ober- und unterirdischer Gewässer dauerhaft zu gewährleisten. Der GEP 2.0 ist die Nachführung des GEP aus dem Jahr 2000. Er wird den Istzustand, den Handlungsbedarf sowie die entsprechenden Massnahmen, inklusive der Kosten und Prioritäten, für die Siedlungsentwässerung aufzeigen. Mit der Erarbeitung des GEP 2.0 wurde im Jahr 2020 begonnen. Er soll bis in das Jahr 2024 fertiggestellt sein.